Hurra, Hurra, die Schule brennt

Der gestern hier veröffentlichte Artikel zu den Plänen der Grundschule Wiefelstede, zeitnah die Vier-Tage-Woche für Schülerinnen und Schüler einzuführen, hat gewaltige Wogen geschlagen! Ob dieser bescheidene Beitrag zur Bildungsdebatte tatsächlich nur von europaweiter und nicht doch von weltweiter Bedeutung sein wird, bleibt abzuwarten, jedenfalls hat er eine unmittelbare Wirkung auf das Kultusministerium in Hannover gezeitigt.

Wie schon gestern, sollen auch heute diejenigen, die seinerzeit im Geographieunterricht geschlafen haben, nicht vergessen werden. Ihnen sei an dieser Stelle gesagt, Hannover ist die Hauptstadt von Niedersachsen, ein wunderschöner Ort irgendwo zwischen Bielefeld und Berlin, der nicht nur über einen Bahnhof verfügt, der bundesweit für verläßliche Verspätungen, überraschende Bahnsteigwechsel und umgekehrte Wagenreihungen bekannt ist, sondern eben auch über ein Kultusministerium.

Dort reagierte man zackig – wie es der gewöhnliche Bürger ja von der Ministerialbürokratie auch nicht anders gewohnt ist. Laut Spiegel online äußerte sich das Ministerium folgendermaßen: “Die Überprüfung der Sachlage hat ergeben, dass Spielräume bestehen, um durchgängige Schulpräsenz an allen Wochentagen für alle Schuljahrgänge zu sichern.”

Weiter heißt es bei Spiegel online: “Der Stundenplan der Schule wird dem Ministerium zufolge umgestellt. Mehrere Klassen lege man zusammen. Zusätzlich kämen weitere pädagogische Fachkräfte zum Einsatz, und eine Feuerwehrlehrkraft werde kurzfristig eingestellt.”

Soll uns das jetzt ernsthaft beruhigen?

Wie angespannt muß die Lage in Niedersachsen denn in Wirklichkeit sein, wenn tatsächlich schon Mitarbeiter der Feuerwehr von ihren eigentlichen Pflichten abgezogen werden, um den regulären Unterricht an einer Grundschule sichern zu können?

Es bleibt dem besorgten Niedersachsen nur noch die Hoffnung, daß es nicht irgendwo brennt, während die Feuerwehrlehrkräfte gerade mitten im Unterricht stecken … Zu einer gewissen Glättung der Sorgenfalten könnten immerhin die Wetteraussichten beitragen, denn in Nordniedersachsen regnet es ja viel und oft, wenn nicht ständig. So könnte sich ein Feuer nur langsam aubreiten und hoffentlich beherrschbar bleiben, bis die letzte Schulstunde vorbei wäre und der gewesene Brandbekämpfer noch einmal seiner alten Profession nachgehen könnte.

Daneben bleibt zu hoffen, daß die Feuerwehrlehrkräfte ihr altes Einsatzgebiet vom neuen trennen können. Denn falls in der Grundschule der Feuerteufel immer mit von der Partie ist, kommen die kleinen Schülerinnen und vor allem die kleinen Schüler am Ende noch auf dumme Ideen, beginnen selbst zu zündeln – und am Ende löst sich nicht nur die ganze Debatte um eine Vier-Tage-Woche an der Grundschule, sondern gleich die ganze Grundschule in Luft oder vielmehr in Rauch auf. Hurra.