Das gute Programm
Am 31. Mai veröffentlichte “rbb24 Recherche” eine Presseerklärung. Aus der geht hervor, daß die im Zusammenhang mit der sogenannten Schlesinger-Affäre angestoßene “Compliance-Untersuchung” bereits allerhand Kosten verursacht hat. Konkret hat die mit dieser Untersuchung beauftrage Kanzlei Lutz Abel bisher eine Summe von 1.457.473,64 Euro in Rechnung gestellt. Allein im März dieses Jahres wurden für die Arbeit von 13 Anwälten 180.000 Euro abgerechnet – und sie ist noch nicht beendet.
Des Weiteren geht die Presseerklärung darauf ein, daß diese Untersuchung freihändig (also ohne eine transparente Ausschreibung) an die Kanzlei Lutz Abel vergeben und diese Freihand-Vergabe auch nicht dokumentiert wurde. Bevor nun all die überkorrekten Spaßverderber sich darauf stürzen, sei auf die bemerkenswerte Selbstreferenzialität dieses Vorgangs hingewiesen: indem die Vergabe der Compliance-Untersuchung nicht einmal den elemtaren Compliance-Maßstäben genügt, zeigt sich doch bestens, wie notwendig sie ist. Daher MUSSTE die Vergabe der fraglichen Compliance-Untersuchung unbedingt ohne Ausschreibung und Dokumentation vonstatten gehen – denn sonst bräuchte man sich ja gar nicht. Subtil, oder? Das sollte uns doch 180.000 Euro im Monat wert sein.
Insgesamt sind für die juristische Bearbeitung jener Affäre bereits 2,155 Millionen Euro ausgegeben worden. Legt man den aktuellen GEZ-Monatsbeitrag in Höhe von 18,36 Euro zugrunde, so entspricht das 117.375 Beitragsmonaten, also 9.781 Beitragsjahren. Anders formuliert, zahlen 9.781 Beitragspflichtige ein Jahr lang jeden Monat ihre GEZ-Gebühren, nur um diese Summe aufzubringen – doch was ist heute schon ein Jahr?
Ach ja, ganz am Schluß der Pressemitteilung, unter den Kontaktdaten, findet sich noch eine abschließende Formulierung: “Ihr Rundfunkbeitrag für gutes Programm.” Das hätte man dem rbb gar nicht zugetraut, erst die obigen Subtilität und am Ende noch diese Ironie, so fein gesponnen wie das Trompetenspiel von Stefan Mross. Dafür zahlt man doch gern.